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Daina Böther-Schultze

Daina arbeitet als Legal Tech Engineer bei einer Großkanzlei in Düsseldorf. Ihre Begeisterung für Legal Tech vertiefte sie während ihres LL.M.-Studiums, das ihr fundiertes Wissen über die Schnittstelle von Recht und Technologie erweiterte. Zusätzlich engagiert sie sich als stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Legal Tech Labs und teilt ihr Fachwissen regelmäßig durch Blogbeiträge.

AI Act nach dem 2. August 2025: Warum der große Knall ausblieb und was jetzt wirklich zählt

Rund um den 2. August 2025 war die Aufregung groß: LinkedIn-Posts überschlugen sich, Schlagzeilen warnten vor einem „neuen Zeitalter der KI-Regulierung“, und viele Unternehmen fragten sich, ob sie nun sofort aktiv werden müssen. Doch jetzt, da das Datum vorbei ist, zeigt sich: Für die überwältigende Mehrheit der Unternehmen hat sich nichts Wesentliches geändert. Kein Kontrollbesuch, keine neuen Meldepflichten, keine regulatorische Schockwelle. Die große Welle blieb aus – wie erwartet.

Bias in der KI – ­Was das neue BSI-Whitepaper für die Legal-Tech-Praxis bedeutet

Algorithmen haben längst Einzug in juristische Abläufe gehalten: Sie sortieren Schriftsätze, bewerten Prozessrisiken, prüfen Know-Your-Customer-Unterlagen oder beantworten erste Mandantenfragen. Doch überall dort, wo KI Entscheidungen vorbereitet, kann ein unentdeckter Bias, also eine systematische Verzerrung, Menschen oder Unternehmen aufgrund struktureller Vorurteile benachteiligen. Das neue Whitepaper „Bias in der Künstlichen Intelligenz“ des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vom 24. Juli 2025 verdeutlicht, dass solche Verzerrungen nicht nur ethische, sondern auch sicherheitsrelevante Risiken bergen. Ein manipuliertes Trainings- oder Prompt-Set kann etwa gezielt bestimmte Gruppen abwerten und gleichzeitig als Einfallstor für Angriffe auf Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit eines Systems dienen.

OpenAI Deep Research macht juristische Datenfluten beherrschbar

Die Welt der juristischen Recherche erlebt einen bahnbrechenden Fortschritt: OpenAI hat seine API um Funktionen für tiefgehende Recherchen erweitert. Für Legal-Tech-Startups, Kanzleien und Inhouse-Juristen eröffnet sich damit ein neues Kapitel in der digitalen Rechtsanwendung. In diesem Blogbeitrag erklären wir, was diese Neuerung bedeutet, wie sie funktioniert – und warum sich gerade die Rechtsbranche jetzt intensiv damit beschäftigen sollte.

Zwischen Urheberrecht und Machine Learning: Medienunternehmen verklagen Tech-Giganten

Die Auseinandersetzungen zwischen Medienhäusern und Anbietern generativer KI-Technologien spitzen sich zu. Internationale Verlage, Rundfunkanstalten und Nachrichtenportale wehren sich zunehmend juristisch gegen die Nutzung ihrer Inhalte durch Unternehmen wie OpenAI, Google, Perplexity AI und andere. Im Zentrum steht die Frage: Wer darf digitale Inhalte für das Training künstlicher Intelligenz verwenden – und unter welchen Bedingungen?

Datenschutzverstoß durch Betriebsratsvorsitzenden: Was das LAG Hessen-Urteil für Legal Tech bedeutet

In einem aktuellen Fall hat das Landesarbeitsgericht (LAG) Hessen den Ausschluss eines Betriebsratsvorsitzenden bestätigt, der Gehaltsdaten aller Beschäftigten an sein privates E-Mail-Postfach weitergeleitet hatte. Die Daten sollten am heimischen Monitor bearbeitet werden – ein Vorgehen, das das Gericht als grobe Pflichtverletzung (§ 23 Abs. 1 BetrVG) einstufte. Der Mann verlor daraufhin seinen Sitz im Gremium.

Der Fall unterstreicht nicht nur die hohe Bedeutung des Datenschutzes im Betriebsratskontext, sondern wirft auch ein Schlaglicht auf strukturelle und technologische Defizite in der digitalen Gremienarbeit.

BRYTER und DAV schließen Partnerschaft

Der Deutsche Anwaltverein (DAV) hat gemeinsam mit dem Legal-Tech-Anbieter BRYTER eine neue Partnerschaft bekanntgegeben. Ziel ist es, den Mitgliedern des DAV einen exklusiven Zugang zur Beamon-AI-Suite von BRYTER zu ermöglichen – zu vergünstigten Konditionen und ohne technischen Mehraufwand.

OLG Köln erlaubt Meta KI-Training mit öffentlichen Nutzerdaten – ein Wendepunkt im Datenschutzverständnis?

Am 27. Mai 2025 hat das Oberlandesgericht Köln entschieden, dass der Konzern Meta Platforms Ireland Ltd. öffentliche Nutzerdaten aus Deutschland für das Training seiner KI-Modelle verwenden darf (Az. 15 UKl 2/25). Meta ist es damit gestattet, ab sofort öffentlich zugängliche Inhalte von Facebook- und Instagram-Nutzern aus Deutschland zur Entwicklung und Verbesserung seiner KI-Systeme heranzuziehen. Die Entscheidung markiert eine neue Phase der rechtlichen Bewertung datengetriebener KI-Innovationen – mit direkten Implikationen für Legal-Tech-Anwendungen, die auf öffentliche Informationen angewiesen sind.

McKinsey-Report 2025: Legal Tech scheitert nicht an Tools – sondern an Strukturen

Laut dem aktuellen McKinsey-Report zur globalen KI-Adoption ist der technologische Fortschritt im Legal-Tech-Sektor deutlich schneller als dessen praktische Umsetzung. Nur ein Prozent der Unternehmen verfügen über den notwendigen "AI Reifegrad", um KI systematisch und effizient einzusetzen. Und doch kündigen 92 Prozent an, ihre Investitionen in KI weiter zu erhöhen. Für Legal Tech ergibt sich daraus eine klare Botschaft: Es reicht nicht, Tools zu kaufen – man muss sie auch organisatorisch integrieren.

KI trifft Kanzlei: Wie neue AI-Modelle die juristische Arbeit revolutionieren

Die juristische Welt steht vor einem Umbruch. Mit dem Aufkommen leistungsfähiger KI-Modelle wie OpenAI's 01-preview und Vincent AI, einem Tool mit Retrieval-Augmented Generation (RAG), verändern sich nicht nur die Werkzeuge, sondern auch die Arbeitsweise in Kanzleien und Rechtsabteilungen.

Eine Studie von Daniel Schwarcz von der University of Minnesota Law School und Kollegen untersuchte in einem randomisierten Experiment, wie sich diese Technologien konkret auf juristische Arbeit auswirken – mit beeindruckenden Ergebnissen.