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Preis für digitale Lehre

Die Abstimmung für den Sonderpreis für digitale Lehre wurde am 31.07.2020 abgeschlossen. Die Ergebnisse wurden bereits ausgewertet und wir werden den/die Preisträger/in sobald wie möglich im Rahmen einer kleinen Preisverleihung bekanntgeben. Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich bei den über 1.300 Personen, die ihre Stimme abgegeben haben.

Der Sonderpreis für digitale Lehre ist eine gemeinsame Initiative der Fachschaft und des Legal Tech Labs Cologne, um digitale Lehre an der Universität zu Köln langfristig zu stärken. Ausgezeichnet wird eine Dozentin oder ein Dozent für die beste Anwendung digitaler Lehrmethoden in einer Vorlesung. Die Verleihung wird erstmalig zum Ende des Sommersemesters 2020 stattfinden.

Die Wahl der oder des Preistragenden erfolgt in drei Phasen. Zunächst werden Kandidat*innen durch Studierende oder Eigennominierung vorgeschlagen, die Konzepte werden im Anschluss von einem Gremium aus Mitgliedern des Legal Tech Lab und der Fachschaft evaluiert. Über die vielversprechendsten Nominierungen können die Studierenden dann abstimmen. Die Evaluierung erfolgt dabei anhand einer Reihe von objektivierbaren Kriterien wie etwa der Interaktivität der Lehre und der Nutzung vielfältiger digitaler Lehrmittel.

Gerade jetzt zeigt sich die Bedeutung digitaler Lehre. Aber auch nach der Rückkehr zum Präsenzbetrieb können und sollen digitale Aspekte den Studienalltag bereichern. Nicht zuletzt tragen sie auch zu einer sinnvolleren Vorbereitung auf eine immer digitaler werdende juristische Arbeitswelt bei.

Das Sommersemester 2020 stellt besondere Herausforderungen an die Lehre der Universität zu Köln. Kurzfristig mussten digitale Angebote bereitgestellt und sowohl Seminarplan als auch Inhalte einer Anpassung an ihre neue virtuelle Form unterzogen werden. Trotz dieser schnellen Umstellung bietet die digitale Lehre eine Vielzahl an neuen Möglichkeiten der inhaltlichen Präsentation, der Interaktion zwischen Studierenden und Dozierenden und des Lehrformats.

Der Preis für digitale Lehre möchte ein Zeichen für den Wert und die Chancen dieser Möglichkeiten setzen. Ausgezeichnet werden herausragende Lehrangebote engagierter Dozierender, die sich den neuen Anforderungen in innovativer Weise angepasst haben und die Vorteile des virtuellen Raums zu nutzen verstehen.

Nominierungen

Dr. Ann-Marie Kaulbach, Vertiefung Familien-/Erbrecht

  • Klar strukturiertes digitales Gesamtkonzept
  • Lehre durch Podcasts und PowerPoint
  • Detaillierte Arbeitsanweisungen für jede Stunde
  • Beiträge zur Nachbearbeitung und regelmäßig einzureichende Aufgaben, um Lernfortschritt zu gewährleisten
  • Austausch mit Studierenden über das Forum
  • Falllösung via Videokorrektur
  • Von der Fakultätsevaluation losgelöste Evaluation der Vorlesung während des Semesters

Frau Kaulbach arbeitet in der Vorlesung „Vertiefung Familien-/ Erbrecht“ mit einer sehr klar strukturierten Gliederung, die im Laufe des Semesters mehrmals an die Entwicklung angepasst wurde.

Zudem lädt sie zu den einzelnen Stunden detaillierte Arbeitsanweisungen hoch, die im Laufe der Woche bearbeitet werden können. Sie befindet sich über das Forum in einem Austausch mit den Studierenden und ist dort bemüht, auf Anregungen einzugehen. Gleichzeitig versucht sie, im Forum Debatten zu inhaltlichen Themen der Vorlesung anzustoßen.

Die Lehre selbst erfolgte zu Beginn des Semesters über Podcasts mit Audio und PowerPoint, in der Mitte des Semesters ist sie auf reine Audiopodcasts umgestiegen und hat die Erstellung der PowerPoint den Studierenden selbst als Aufgabe überlassen. Daneben sollten verschiedene Beiträge gelesen werden. Wichtig ist es Frau Kaulbach, dass die Studierenden innerhalb der Woche selbst Ergebnisse einreichen, über die sie den Lernfortschritt im Auge behalten kann. Ebenfalls sollte vier Mal eine eigene gestalterische Falllösung eingereicht werden, wobei Frau Kaulbach in den ersten drei Fällen jeweils eine der Lösungen im Video korrigierte und einige weitere Lösungen als Word-Dokument mit Anmerkungen online stellte. Beim vierten Mal sollte die Korrekturrunde als Peer-to-Peer erfolgen.

Während der Vorlesung erfolgte mit Unterstützung der Universität eine digiTAP-Evaluation, um losgelöst von der Fakultätsevaluation bereits während des Semesters eine Rückmeldung zu erhalten und in die weitere Vorlesung einbinden zu können.

Dr. Chris­ti­an De­cken­brock/Dr. David Markworth, Übung Zivilrecht

  • Voraufgezeichnete Podcasts
  • Wöchentliche, interaktive Live-Falllösungen
  • Gut gepflegtes Frageforum
  • Probeklausur & Besprechung
  • Zahlreiche Materialien mit klickbaren Vertiefungshinweisen

Die Vorlesung „Übung im Zivilrecht“ von Dr. Deckenbrock und Dr. Markworth im Sommersemester 2020 zeichnete sich durch ein diversifiziertes Lehrkonzept aus, welches die Vorteile eines Digitalsemesters zu nutzen wusste und besonders durch seine Interaktivität herausstach. Die wöchentlichen Lehrveranstaltungen bestanden zunächst aus voraufgezeichneten Podcasts zur Stoffvermittlung, die teilweise durch Aufzeichnungen der letztjährigen Vorlesung angereichert wurden, und stets einige Tage im Voraus zur Verfügung standen. Dies kam besonders Teilnehmern entgegen, die mit zeitlichen Einschränkungen studieren. Auch baten die Dozenten am jeweiligen Termin selbst eine interaktive Live-Sitzung an, in der das erworbene Wissen der Woche in Form einer Fallbearbeitung angewendet und vertieft werden konnte. Außerdem bat die Live-Sitzung die Möglichkeit, sowohl organisatorische als auch inhaltliche Fragen an die Dozenten zu richten. Unter der Woche auftauchende Fragen konnten in ein Frageforum gepostet werden und wurden dort zeitnah und für alle Kommilitonen einsehbar ausführlich beantwortet.

Jun.-Prof. Dr. Julian Scheu, Verwaltungsrecht BT

  • Vielfältiges digitales Gesamtkonzept
  • Kurze, thematisch strukturierte Vorlesungsvideos
  • Große Anzahl verschiedener Materialien (Fälle, Urteile, Aufsätze und Lehrbuchauszüge)
  • Interaktives Wiederholungsquiz
  • Fragen-Mail
  • Nutzung innovativer digitaler Mittel wie eines Script Pad
  • Forum für private AGs
  • Probeklausur & Besprechung

Herr Jun.-Prof. Scheu stellt den Teilnehmern seiner Vorlesung „Verwaltungsrecht BT“ ein digitales Gesamtkonzept bereit. Das vielfältige Konzept besteht aus kurzen, thematisch strukturierten Vorlesungsvideos, einer großen Anzahl verschiedener Materialien, die von Fällen über Urteile und Aufsätze bis hin zu passenden Lehrbuchauszügen reichen, einem interaktiven Wiederholungsquiz und der Möglichkeit, Fragen über die hierfür eigens erstellte Mailadresse einzureichen. Dabei nutzt er innovative digitale Mittel wie ein Script Pad und ermöglicht den Studierenden auch neben der eigentlichen Vorlesung, in einem von ihm angelegten Forum private Lerngruppen zu bilden.

Dr. Keith E. Wilder, CUSL Programm

  • Hochwertig produzierte Video-Podcasts
  • Quiz am Ende jeder Lerneinheit
  • Kurs-begleitende Emails

Dr. Wilders Vorlesungen im Rahmen des CUSL Programms im Sommersemester 2020 zeichnete sich durch hochwertig produzierte Videopodcasts im Rahmen seiner Online-Academy aus. Zur Anmeldung in diesen von der Universitätsinfrastruktur losgelösten Plattform wurde für alle in seinen Kursen angemeldeten Studierenden ein Account erstellt. Darüber waren alle Videoreihen abrufbar und durch einen Zeitplan und wöchentliche E-Mails gab Dr. Wilder Hinweise darauf, welche Videos idealerweise wann geschaut werden sollten. Am Ende jeder Einheit hatten die Studierenden die Möglichkeit ihr erworbenes Wissen in einem in der Plattform integrierten Quiz zu testen. Dr. Wilder präsentierte ein innovatives Gesamtkonzept, dessen ansprechende Aufbereitung zum Lernen anregte.

Prof. Dr. Markus Ogorek, Staatsorganisationsrecht

  • Online-Angebot bestehend aus: aufgezeichneten Zoom-Vorlesungen, Kontrollquiz (mit Verweis auf die Stellen in der Vorlesung), Podcast und weiteren Videolektionen
  • Zusätzliche Online-Fragestunden mit der ganzen Vorlesung sowie Videosprechstunden für Einzelgruppen und gute Erreichbarkeit per E-Mail
  • Übersichtlicher Ilias-Ordner mit Bildern und Hinweisen sowie weiterführender Literatur
    Insgesamt wurde mit hohem Aufwand ein breites Angebot geschaffen: Jeder Lerntyp konnte hier hilfreiches Material finden

Prof. Ogorek wurde dieses Jahr als Direktor des Instituts für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre berufen und wurde hier für seine Vorlesung im Staatsorganisationsrecht nominiert.
Es ist zwar erst sein erstes Semester als Lehrender an der Universität zu Köln, dennoch sticht er bei den Studierenden durch sein breit aufgestelltes Angebot positiv hervor. Neben Livevorlesungen auf Zoom, die aufgezeichnet und hochgeladen werden, hat Prof. Ogorek auch einen Podcast und zusätzliche Videolektionen erstellt. Zusammen mit Kontrollfragen auf Ilias haben Studierende so die Möglichkeit, Lücken aufzudecken und den Stoff eigenständig zu wiederholen.

Gelobt wurde Prof. Ogorek zudem für seine Bemühungen, mit Studierenden in Kontakt zu treten. Auf E-Mails wurde zeitnah geantwortet, es gab zusätzliche Videofragestunden und Studierende hatten die Möglichkeit in Kleingruppen eine Onlinesprechstunde zu organisieren.

Auch der IlIas-Ordner ist positiv hervorzuheben, der sehr geordnet und übersichtlich war und u. a. auch einen Ordner mit weiterführenden Entscheidungen und Aufsätzen enthielt.

 

Kriterien

Zur Beurteilung der Qualität der Lehrangebote werden fünf Kriterien herangezogen:

Das Gesamtkonzept stellt ein Maß der Struktur und Durchführung der Veranstaltung dar.

Ein virtueller Kurs erfordert Entwurf und Planung: Aufzeichnung oder Live-Termin? Wie sollen Leistungen erbracht werden? Wie umgehen mit Anwesenheit, Hausaufgaben und Prüfungen? Ein konsequentes Konzept ermöglicht einen angenehmen Lehrbetrieb, besonders in einer Situation, in der alle Studierenden aus der Ferne daran teilnehmen. 

Interaktivität bezeichnet den Umgang mit den digitalen Mitteln des Austauschs. Mit der Digitalisierung halten auch alle Kommunikationswege des Internets plötzlich Einzug in die Universität: Videokonferenzen, Chats, Umfragen, Etherpads und Foren sind nur einige Beispiele davon. Die Vielfalt dieser Werkzeuge ermöglicht eine bessere Vernetzung untereinander, kann aber in der Praxis durchaus anspruchsvoll sein.

Innovation steht für kreative, neue Lösungen alltäglicher Probleme. Doch mit der Umstellung der Lehre verändern sich auch die alltäglichen Probleme – Innovation meint deshalb in diesem Kontext die kreative Lösung virtueller Probleme mit virtuellen Mitteln. Wie wird ein Tafelanschrieb realisiert? Wie der Zugang zu wissenschaftlichen Ressourcen? Jedes Problem birgt das Potential einer innovativen Idee.

Vielfalt beschreibt die Breite des inhaltlichen Angebots. Wie viele Arten der Präsentation sollten verwendet werden, wenn es unbegrenzt viele gibt? Welche Formen sind hilfreich, welche überflüssig? Der Wert eines vielfältigen Angebots liegt in der Auswahl inhaltlich zielführender Formate. Zudem bietet die Verwendung von vielfältigen Lehrmitteln die Möglichkeit, auch unterschiedliche Lerntypen besser zu erreichen und auf die Bedürfnisse aller Studierenden einzugehen.

Die Zeit der alternativlosen digitalen Lehre wird nicht ewig dauern – doch welche Facetten sollten beibehalten und ausgebaut werden? Zukunftsfähigkeit spiegelt die Ausrichtung eines virtuellen Lehrangebots wieder, das nicht nur das Sommersemester 2020 übersteht, sondern auch darüber hinaus einen festen Anker im digitalen Raum behält. 

Fragen und Anmerkungen zum Sonderpreis für digitale Lehre sowie ausführliche Nominierungen gerne an:

preisdigitalelehre@gmail.com